Jagdverhalten beim Hund (Teil 2) – Verfolgen, Festhalten & sinnvolle Alternativen
Die zweite Hälfte der Jagdkette beim Hund
Im ersten Teil haben wir uns die frühen Sequenzen des Jagdverhaltens angeschaut – genau dort, wo Einfluss am einfachsten ist.
Jetzt wird es intensiver:
👉 In den folgenden Phasen steigt die Erregung deutlich an – und damit wird es für uns Menschen schwieriger, noch einzugreifen.
4. Verfolgen – jetzt kommt die Dynamik
Nach dem Beschleichen folgt das Verfolgen.
Dein Hund sprintet los – voller Energie, hoch fokussiert und oft kaum noch ansprechbar.
👉 In dieser Phase:
- ist die Kontrolle stark eingeschränkt
- übernimmt das Instinktverhalten
- steigt das Stress- und Erregungslevel massiv
💡 Wichtig:
Hier zeigt sich, warum Training in den frühen Sequenzen so entscheidend ist.
5. Festhalten – ein unterschätztes Bedürfnis
Nach dem Verfolgen kommt das Festhalten der Beute.
Für viele Hunde ist genau dieser Teil besonders wichtig – so auch für Amaya.
👉 Problem:
Wird die Jagd immer wieder unterbrochen, kann Frust entstehen, weil ein wichtiger Teil der Verhaltenskette fehlt.
💡 Praxisbeispiel:
Mit Amaya wurde eine Alternative aufgebaut:
Sie darf das Festhalten, Schütteln und Hinterherspringen mit einem Stoffhasen ausleben.
👉 Ergebnis:
- Bedürfnis wird erfüllt
- Frust wird reduziert
- Verhalten bleibt kontrollierbar
6. Töten & 7. Zerlegen – was heute oft fehlt
Früher gehörten auch das Töten und Zerlegen der Beute zur vollständigen Jagdkette.
Doch bei vielen Jagdhunden wurde genau das gezielt herausgezüchtet.
👉 Hintergrund:
Der Jäger möchte die Beute nutzen – nicht, dass der Hund sie selbst zerlegt oder frisst.
Beispiel: Windhunde und Jagdverhalten
Ein spannendes Beispiel sind Windhunde wie die Galgo Español.
👉 Diese Hunde werden zur Hasenjagd eingesetzt:
- Sie dürfen die Beute hetzen
- oft auch töten
- sollen sie aber anschließend zum Jäger bringen
👉 Wichtig:
Das eigenständige Fressen der Beute ist nicht erwünscht.
8. Warum dein Hund nicht „ungehorsam“ ist
Ein ganz wichtiger Punkt:
👉 Dein Hund macht nichts „falsch“.
👉 Er lebt lediglich sein angeborenes Verhaltensprogramm aus.
Das Jagdverhalten ist:
- natürlich
- sinnvoll aus evolutionärer Sicht
- tief im Hund verankert
Jagdverhalten umlenken statt unterdrücken
Unser Ziel im Training sollte daher nicht sein, das Verhalten komplett zu unterdrücken.
👉 Viel sinnvoller ist es:
- die einzelnen Bausteine zu verstehen
- gezielt zu beeinflussen
- passende Alternativen anzubieten
So helfen wir unserem Hund, sich in unserer Welt zurechtzufinden –
einer Welt, in der er eben nicht einfach jagen gehen darf.
Fazit: Bedürfnisse erkennen und sinnvoll erfüllen
Je besser du die Jagdkette verstehst, desto gezielter kannst du handeln.
👉 Besonders wichtig:
Einige Sequenzen – wie das Festhalten oder Schütteln – sind für viele Hunde echte Bedürfnisse.
Wenn du diese kontrolliert ermöglichst, bekommst du:
- weniger Frust
- mehr Kooperation
- und einen entspannteren Alltag








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👉 „Bevor dein Hund lossprintet, hast du mehrere Chancen einzugreifen.“
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