Dein Welpe hängt plötzlich bellend an deiner Hose, schnappt nach deinen Händen oder zwickt in Arme und Beine? Viele Welpenhalter fragen sich dann: „Warum macht er das?“ oder „Wie bekomme ich das wieder weg?“
Vor allem wenn Kinder im Haushalt leben, geraten viele Menschen schnell in Stress. Die kleinen spitzen Zähnchen können ganz schön unangenehm sein und nicht selten entsteht die Sorge, dass dieses Verhalten immer schlimmer wird.
Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen steckt dahinter weder Aggression noch der Versuch, Grenzen auszutesten. Viel häufiger ist die Ursache eine zu hohe Erregung oder ein unerfülltes Bedürfnis.

Mögliche Ursachen können sein:
- Müdigkeit und Schlafmangel
- Überreizung durch zu viele Eindrücke
- Hunger
- Bedürfnis nach Sozialkontakt
- Frust
- Zahnwechsel und Zahnbeschwerden
Besonders um die 20. Lebenswoche beginnt bei vielen Welpen der Zahnwechsel. Das kann unangenehm sein und dazu führen, dass der Welpe vermehrt kaut, zwickt oder insgesamt reizbarer reagiert.
Weniger Aufmerksamkeit für das unerwünschte Verhalten

Auch wenn es schwerfällt: Der Welpe sollte möglichst wenig Aufmerksamkeit für das Beißen, Hopsen und Umherrennen erhalten.
Denn Aufmerksamkeit kann dieses Verhalten unbeabsichtigt verstärken.
Statt hektisch zu reagieren, laut zu werden oder den Welpen wegzuschieben, hilft häufig ein kurzes Innehalten.
Kinder sollten lernen, in solchen Situationen ruhig stehen zu bleiben. Die Eltern übernehmen die Situation und helfen dem Welpen dabei, wieder herunterzufahren.
Eine einfache Möglichkeit ist ein bekanntes Signal und anschließend eine kleine Handvoll Futter auf dem Boden.
Der Welpe beginnt zu suchen, die Nase geht nach unten und die Konzentration richtet sich auf eine ruhige Aufgabe.
Wer fressen kann, befindet sich meist nicht mehr auf dem höchsten Erregungsniveau. Durch das Schnüffeln und Suchen kommt der Welpe häufig schneller wieder zur Ruhe.
Wenn aus dem süßen Welpen plötzlich ein kleiner Wirbelwind wird

Viele Welpen zeigen besonders am Abend ihre sogenannten „wilden fünf Minuten“. Eben noch war alles entspannt und plötzlich rast der kleine Hund durch die Wohnung, bellt, springt, schnappt nach Kleidung oder Füßen und scheint kaum noch ansprechbar zu sein.
Dieses Verhalten ist häufig ein Zeichen dafür, dass die Erregungslage deines Welpen zu hoch geworden ist.
Der Tag war aufregend:
- neue Eindrücke
- Besucher
- Spaziergänge
- Training
- Spielen
- neue Gerüche und Geräusche
All diese Erlebnisse müssen verarbeitet werden. Welpen lernen jeden Tag unglaublich viel und benötigen deshalb deutlich mehr Ruhe als viele Menschen vermuten.
Hohe Erregung führt zu unerwünschtem Verhalten

Wenn dein Welpe in Kleidung, Hände oder Arme beißt, ist das oft ein Hinweis darauf, dass seine Erregung bereits über seinem Wohlfühlbereich liegt.
Je höher die Erregung steigt, desto schwerer fällt es deinem Welpen, gute Entscheidungen zu treffen.
Wird in diesem Moment geschimpft, laut gesprochen oder hektisch reagiert, steigt die Erregung häufig noch weiter an. Das Verhalten wird dadurch oft intensiver statt besser.
Deshalb gilt:
👉 Erst ruhig bleiben.
Dein Welpe braucht jetzt keinen Ärger, sondern Unterstützung beim Herunterfahren.
Ein hopsender Welpe ist oft wie ein schreiendes Baby

Wenn ein Welpe hochspringt und in Arme, Hände oder Beine zwickt, fragen sich viele Menschen:
- Muss ich das sofort unterbinden?
- Wird mein Hund das immer machen?
- Mache ich etwas falsch?
Ein hopsender, zwickender Welpe ist oft vergleichbar mit einem schreienden Baby. Meist steckt dahinter ein Bedürfnis, das gerade nicht erfüllt ist.
Mögliche Ursachen können sein:
- Müdigkeit und Schlafmangel
- Überreizung durch zu viele Eindrücke
- Hunger
- Bedürfnis nach Sozialkontakt
- Frust
- Zahnwechsel und Zahnbeschwerden
Besonders um die 20. Lebenswoche beginnt bei vielen Welpen der Zahnwechsel. Das Zahnfleisch kann empfindlich sein und der Welpe verspürt ein verstärktes Bedürfnis zu kauen. Auch dies kann dazu führen, dass die Erregung steigt und vermehrt in Hände oder Kleidung gebissen wird.
Was kannst du tun?
Alternativen anbieten
Kauen wirkt beruhigend.
Halte deshalb geeignete Kauartikel bereit, die dein Welpe gerne annimmt. Auch Kartons oder Pappschachteln können für manche Welpen eine gute Möglichkeit sein, überschüssige Energie umzulenken.
Sobald du bemerkst, dass dein Welpe aufdreht, biete ihm eine passende Alternative an, bevor er beginnt, in Kleidung oder Hände zu beißen.

Schnüffeln hilft beim Runterfahren

Verteile einige Futterstücke auf dem Boden.
Beim Suchen senkt dein Welpe den Kopf, konzentriert sich auf eine Aufgabe und kann dadurch leichter wieder zur Ruhe kommen.
Wer fressen kann, befindet sich meist nicht mehr auf dem höchsten Erregungsniveau. Durch das Suchen werden positive Botenstoffe ausgeschüttet und viele Welpen finden leichter zurück in einen ausgeglichenen Zustand.
Freundlich unterbrechen
Wichtig ist, das Verhalten frühzeitig und freundlich zu unterbrechen.
Dein Welpe soll nicht lernen, dass Beißen in die Hose automatisch Aufmerksamkeit bringt.
Kinder sollten in solchen Situationen möglichst ruhig stehen bleiben. Die Eltern übernehmen die Situation und helfen dem Welpen, wieder herunterzufahren.
Je früher du eine passende Alternative anbietest, desto leichter fällt deinem Welpen das Umlernen.
Weniger Aufmerksamkeit für das unerwünschte Verhalten

Auch wenn es schwerfällt: Das Beißen, Hopsen und Umherrennen sollte möglichst wenig Aufmerksamkeit erhalten.
Denn Aufmerksamkeit kann dieses Verhalten unbeabsichtigt verstärken.
Viele Welpen lernen sehr schnell, dass aufgeregtes Verhalten Reaktionen auslöst. Dabei ist jede Form von Aufmerksamkeit interessant – selbst Schimpfen.
Deshalb lohnt es sich, ruhig zu bleiben und den Fokus auf das gewünschte Verhalten zu legen.
Verstärke das Verhalten, das du haben möchtest
Der Fokus sollte nicht auf dem Hopsen liegen, sondern auf dem Verhalten, das du dir wünschst.
Vier Pfoten auf dem Boden?
👉 Das lohnt sich.
Ruhiges Verhalten?
👉 Das lohnt sich.
Ein kurzer Blickkontakt?
👉 Das lohnt sich.
Für ruhiges Verhalten gibt es Aufmerksamkeit, freundliche Zuwendung oder Futter.
So lernt dein Welpe nach und nach, welches Verhalten zum Erfolg führt.
Anstatt zu schimpfen oder ständig zu korrigieren, unterstütze und verstärke das erwünschte Verhalten. Das schafft Orientierung und Sicherheit.
Ruhe ist keine Selbstverständlichkeit
Welpen müssen Ruhe lernen.
Natürlich darf dein Welpe fröhlich, aufgeregt und voller Energie sein. Das gehört zu einer gesunden Entwicklung dazu.
Genauso wichtig ist jedoch die Fähigkeit, sich wieder selbst zu regulieren und zur Ruhe zu kommen.
Dabei kannst du deinen Welpen aktiv unterstützen.
Hilfreich sind:
- ein gut strukturierter Tagesablauf
- feste Fütterungszeiten
- ausreichend Schlaf
- regelmäßige Ruhepausen
- wiederkehrende Abendrituale
- ein ruhiger Schlafplatz
Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit und hilft vielen Welpen dabei, besser zu entspannen.
Im Welpentraining üben wir gemeinsam, wie du die Erregungslage deines Welpen frühzeitig erkennst und ihn dabei unterstützt, wieder in einen entspannten Zustand zu kommen.

Auch körperliches Wohlbefinden spielt eine Rolle
Nicht jeder unruhige Welpe ist einfach nur überdreht.
Auch körperliche Ursachen können das Verhalten beeinflussen.
Ein hochwertiges und gut verträgliches Futter sowie eine gesunde Verdauung sind wichtige Grundlagen. Bauchschmerzen oder Unwohlsein können ebenfalls zu Unruhe, vermehrtem Beißen und Schwierigkeiten beim Entspannen führen.
Fazit: Dein Welpe braucht Orientierung statt Ärger
Wenn dein Welpe beißt, steckt dahinter häufig keine Absicht, sondern eine zu hohe Erregung oder ein unerfülltes Bedürfnis.
Je aufregender der Tag, die Umgebung oder auch wir Menschen sind, desto schwieriger wird es für den Welpen, ruhig zu bleiben.
Deshalb geht es nicht darum, das Verhalten zu bestrafen, sondern deinem Welpen zu helfen, seine Erregung besser zu regulieren.
Mit einem passenden Tagesablauf, ausreichend Ruhe, klaren Ritualen und der Verstärkung erwünschten Verhaltens lernt dein Welpe Schritt für Schritt, sich selbst besser zu regulieren.
Denn ein entspannter Welpe entwickelt sich deutlich leichter zu einem entspannten erwachsenen Hund.
👉 Du möchtest deinen Welpen von Anfang an sicher begleiten?
In unserem Welpenkurs und Einzelcoaching unterstützen wir dich und deinen Welpen dabei, Orientierung, Ruhe und Vertrauen aufzubauen – für einen entspannten Alltag und eine starke Mensch-Hund-Beziehung.
👉 Du möchtest deinen Welpen von Anfang an sicher, bedürfnisorientiert und alltagstauglich begleiten?
In unserem Welpenkurs lernt ihr gemeinsam die Grundlagen für Vertrauen, Orientierung und einen entspannten Alltag. Wir begleiten euch Schritt für Schritt durch die spannende Welpenzeit und unterstützen euch dabei, zu einem starken Team zusammenzuwachsen.
Literatur:
- Sonja Meiburg: Welpenschule – So gelingt dein Einstieg
- Anne Krüger-Degener: Wilde Welpen & kleine Jagdnasen
- Ines Scheuer-Dinger
- Welpenkompass
- Welpentagebuch
- Darmgesundheit beim Hund – warum die Darmflora für Gesundheit, Verdauung und Wohlbefinden so wichtig ist
- Schmerzen beim Hund erkennen – warum viele Warnsignale übersehen werden
- Mein Welpe springt hoch und zwickt in Arme und Beine – was tun?
- Naturheilkundeberatung für Hunde – mein Weg zur ganzheitlichen Begleitung
- Hitzschlag beim Hund – Symptome erkennen und richtig handeln
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